Verticillium longisporum (Rapswelke)
Bedeutung:
Verticillium longisporum ist eine typische Fruchtfolgekrankheit und breitet sich in den Hauptanbaugebieten des Rapses ertragsschädigend aus. Ertragsschäden sind allerdings schwer zu quantifizieren, da der Einfluß von anderen Pathogenen mit eingeht.

Symptomatik:
Ältere Blätter können aufgrund der Verstopfung der Leitbündel durch Pilzmyzel halbseitig vergilbt sein. Stängelbasis und Wurzel sind dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Seitenwurzeln sind häufig vollständig abgefault. Unter der Stängelepidermis bilden sich schwarze Mikrosklerotien - "Eisenpulver". Die Leitbündel färben sich grauschwarz. Deutliche Symptome zeigen sich erst sehr spät zur Abreife beziehungsweise nach der Ernte an den Stängeln. Zu verwechseln mit Symptomen von Phoma lingam und Sclerotinia sclerotiorum.

Verticillium longisporum-
Stängelbefall
Verticillium longisporum-
Blattbefall
Verticillium longisporum-
Befall des Stängelmarkes


Biologie:
Der Erreger überdauert im Boden in Form seiner Mikrosklerotien über mehrere Jahre. Selbst nach acht bis zehnjähriger Anbaupause kann Befall noch auftreten. Von den Mikrosklerotien geht der Primärbefall der Pflanzen über die Wurzel aus. Durch die Wurzel breitet sich der Erreger über das gesamte Gefäßsystem der Pflanze aus. Sekundärbefall kann über Konidiosporen erfolgen. Als Wirtspflanzen kommen neben Raps etliche dikotyle Kultur- und Wildpflanzen in Frage.



Verlag Th. Mann
http://www.th-mann.de
Lebenszyklus von Verticillium longisporum
(Paul, 2003; Verlag Th. Mann)


Bekämpfung:
Fruchtfolge und tolerante Sorten sind die einzigen Bekämpfungsmaßnahmen. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich.